Endodontie
Endodontie: wann sich ein Zahn noch retten lässt
Wenn ein Zahn so schmerzt, dass er Sie nachts weckt, steckt meist eine Entzündung der Pulpa in seinem Inneren dahinter. Das heißt nicht, dass der Zahn heraus muss — wir entfernen die Pulpa, reinigen und füllen die Kanäle, und der Zahn kann an seinem Platz bleiben.
Warum ein Zahn schmerzt und was sich dagegen tun lässt
Im Inneren jedes Zahns liegt die Pulpa — lebendes Gewebe mit Nerv und Blutgefäßen. Gelangen Bakterien durch eine tiefe Karies, einen gerissenen Zahn oder nach einem Schlag dorthin, entzündet sie sich. Die Entzündung kann nirgends entweichen, der Druck im Zahninneren steigt, und das ist jener Schmerz, der nach einer Tablette nicht nachlässt und nachts am schlimmsten ist.
Eine entzündete Pulpa heilt nicht von selbst — mit der Zeit stirbt sie ab. Der Schmerz lässt dann oft nach und der Zahn wirkt, als wäre das Problem vorbei, obwohl die Entzündung inzwischen zur Wurzelspitze und in den Knochen ringsum wandert. Deshalb lohnt es sich nicht, mit der Behandlung zu warten — auch dann nicht, wenn es aufhört zu schmerzen.
Eine endodontische Behandlung ist die Behandlung des Zahninneren. Wir entfernen die Pulpa aus den Wurzelkanälen, reinigen und desinfizieren die Kanäle und füllen sie dicht, damit keine Bakterien zurück hineingelangen. Der Zahn bleibt dabei in Ihrem Mund — es ist die Alternative dazu, ihn zu ziehen.
Wie die Behandlung abläuft, Schritt für Schritt
Die Behandlung erfolgt unter Betäubung; die Anästhesie berechnen wir gesondert — eine Infiltrationsanästhesie kostet 15 €.
- Wir betäuben den Zahn und isolieren ihn mit einem Kofferdam — einem Gummituch, das den Zahn vom übrigen Mund abtrennt, damit während der Arbeit kein Speichel hineingelangt.
- Wir öffnen den Zahn von oben und entfernen die entzündete oder abgestorbene Pulpa aus ihm. Genau dieses Gewebe ist die Ursache der Schmerzen.
- Wir reinigen die Kanäle über die gesamte Länge bis zur Wurzelspitze und desinfizieren sie.
- Die gereinigten und trockenen Kanäle füllen wir dicht, damit darin kein Platz für Bakterien bleibt.
- Den Kronenteil des Zahns verschließen wir mit einer Füllung. Ob zusätzlich eine Krone nötig ist, entscheidet sich erst bei der Kontrolle — davon handelt der letzte Teil dieses Artikels.
Nicht immer schafft man das alles in einem Termin. Muss die Entzündung zuerst beruhigt werden, entfernen wir die Pulpa (Pulpaexstirpation, 10 € pro Kanal) und füllen den Kanal vorübergehend — eine provisorische Füllung eines einwurzeligen Zahns kostet 15 € — und die endgültige Behandlung schließen wir in einer weiteren Sitzung ab.
Was die Behandlung kostet
Den Preis bestimmt vor allem, wie viele Wurzelkanäle der Zahn hat. Frontzähne haben meist einen, die Zähne hinten zwei oder drei — und jeder Kanal muss einzeln gereinigt und gefüllt werden.
Die Behandlung eines einwurzeligen Zahns kostet bei uns 98 €, eines zweiwurzeligen 182 € und eines mehrwurzeligen 297 €. Dazu kommt die Isolierung des Arbeitsfeldes — Kofferdam oder OptraGate, je 17 €.
Was noch dazukommt, hängt vom Zustand des Zahns ab: Vitalitätsprüfung 3 €, Röntgenaufnahme 6 €, Anästhesie 15 €, bei einem stark zerstörten Zahn ein Aufbau 50 €. Was davon in Ihrem Fall nötig sein wird, zeigt erst die Untersuchung.
Wenn ein Zahn ein zweites Mal behandelt werden muss
Es kommt vor, dass sich in einem bereits behandelten Zahn nach einiger Zeit erneut eine Entzündung zeigt — etwa wenn im Kanal eine ungereinigte Stelle geblieben ist oder durch eine undichte Füllung wieder Bakterien hineingelangt sind. Dann öffnen wir den Zahn und wiederholen die gesamte Behandlung. Fachlich heißt das Revisionsbehandlung; Revision bedeutet hier schlicht, dass der Zahn ein zweites Mal behandelt wird.
Der Aufwand ist dabei größer, weil wir zuerst an das herankommen müssen, was im Kanal bereits gefüllt ist. Die Entfernung der ursprünglichen Wurzelfüllung kostet 18 €, die Entfernung von Pulpastiften 15 €. Ist nach einer früheren Behandlung ein abgebrochenes Instrument im Kanal geblieben, kostet seine Entfernung 200 €.
Die wiederholte Behandlung selbst kostet bei uns 132 € bei einem einwurzeligen Zahn, 203 € bei einem zweiwurzeligen und 357 € bei einem mehrwurzeligen. Muss der Kanal zusätzlich mit FotoSan desinfiziert werden, sind das 4 € pro Kanal.
Wenn auch eine wiederholte Behandlung nicht ausreicht
Bleibt die Entzündung auch nach der wiederholten Behandlung bestehen und sitzt ihre Quelle an der Wurzelspitze, lässt sie sich chirurgisch entfernen. Bei der Wurzelspitzenresektion wird die Wurzelspitze selbst samt der Entzündung um sie herum abgetrennt, der Rest des Zahns bleibt an seinem Platz; bei einem einwurzeligen Zahn kostet das bei uns 220 €. Es ist die letzte Möglichkeit, bevor der Zahn heraus müsste.
Ob sich gerade Ihr Zahn retten lässt oder eine andere Lösung sinnvoller ist, lässt sich weder am Telefon noch anhand eines Fotos sagen — das zeigen erst die Untersuchung und eine Röntgenaufnahme. Vorbeizukommen und zu fragen kostet Sie nichts: Die Beratung ist bei uns kostenlos.
Was danach mit dem Zahn geschieht
Ein Zahn ohne Pulpa verliert seine Nährstoffzufuhr und wird mit der Zeit spröde — besonders, wenn er vor der Behandlung eine große Füllung oder eine große Karies hatte. Die hinteren Zähne, die beim Kauen die größte Last tragen, werden deshalb nach einer endodontischen Behandlung oft mit einer Krone überdeckt: Sie festigt den Zahn im gesamten Umfang.
Ob das auch bei Ihnen nötig sein wird, hängt davon ab, wie viel vom eigenen Zahn nach der Behandlung übrig ist. Das zeigt die Kontrolle nach dem Eingriff — eine allgemeine Regel, die für jeden Zahn gleichermaßen gälte, gibt es hier nicht.
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